Rücksetzer bei Gold: Was das für dein Portfolio bedeutet
Der Goldpreis ist seit Anfang März um mehr als 15 Prozent gefallen. Was steckt dahinter? Hat Gold als Absicherung ausgedient? Unser Marktexperte Bernhard Schmitt ordnet ein: Welche Rolle Zinsen und Inflation spielen und was das konkret für dein Portfolio bedeutet.
Der Goldpreis hat in den letzten Wochen einen deutlichen Rücksetzer erlebt. Seit Anfang März sind die Preise um mehr als 15 Prozent gefallen. Das ist einer der stärksten Rückgänge seit Jahrzehnten. Wer Gold im Portfolio hat, fragt sich jetzt vielleicht: Soll ich verkaufen? Habe ich etwas verpasst? Ist Gold als stabiler Anker überhaupt noch sinnvoll?
Doch was gerade passiert, klingt dramatischer als es ist. Zumindest, wenn man den Blick auf das grosse Ganze richtet.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Goldpreis ist seit Anfang März 2026 um mehr als 15 Prozent gefallen
- Der Hauptgrund ist kein Vertrauensverlust in Gold, sondern ein ungünstiges Zusammenspiel aus Krieg, Inflation und Zinsen
- Die langfristigen Argumente für Gold als Portfoliobaustein bleiben intakt
- Wer Gold per Sparplan hält, kann von Schwankungen sogar profitieren
Warum fällt Gold, obwohl die Welt brennt?
Das klingt zunächst paradox: Die Welt ist in Aufruhr, ein Krieg im Nahen Osten eskaliert und ausgerechnet Gold, das traditionell als sicherer Hafen in Krisenzeiten gilt, fällt im Preis. Wie passt das zusammen?
Die Antwort liegt in einer Kausalkette, die man einmal verstanden haben muss:
Krieg = Energiepreise = Inflation = Zinsen = Goldpreis
Der Konflikt im Nahen Osten treibt die Energiepreise in die Höhe. Teureres Öl und Gas bedeuten: Die Inflation steigt oder bleibt hartnäckig hoch. Das wiederum zwingt Zentralbanken wie die US-amerikanische Federal Reserve (Fed) oder die Europäische Zentralbank (EZB), die Zinsen hochzuhalten oder sogar weiter anzuheben.
Und genau hier liegt das Problem für Gold: Es zahlt keine Zinsen. Wenn Staatsanleihen plötzlich attraktive Renditen abwerfen, wird Gold als Alternative weniger interessant.
Anlegerinnen und Anleger schichten um – raus aus Gold, rein in verzinste Anlagen.
Hinzu kommt: In Phasen grosser Unsicherheit verkaufen viele Investoren Gold nicht, weil sie es nicht mehr mögen, sondern weil sie Liquidität brauchen. Gold ist leicht verkäuflich und wird deshalb in turbulenten Marktphasen oft als erstes angetastet.
Was sagen die Experten?
Trotz des starken Rücksetzers ist die mittelfristige Einschätzung der meisten Marktbeobachter erstaunlich einheitlich: Die strukturellen Argumente für Gold sind weiterhin intakt.
Geopolitische Unsicherheiten, die Nachfrage von Zentralbanken weltweit und die Rolle von Gold als Absicherung gegen Inflation und Währungsrisiken – all das hat sich nicht verändert. Der aktuelle Rückgang wird von vielen eher als Normalisierungsphase eingestuft, nicht als Trendwende.
Der entscheidende Schlüssel für die weitere Entwicklung bleibt die Zinspolitik der US-Notenbank Fed. Sobald sich die Inflationserwartungen beruhigen und Zinssenkungen wieder realistischer werden, dürfte Gold davon profitieren.
Kurz gesagt: Wer langfristig denkt, hat keinen Grund, Gold jetzt abzuschreiben. Aber was bedeutet langfristig eigentlich konkret?
Was bedeutet das für Anlegerinnen und Anleger?
Eine neue Studie der Universität Zürich* gibt darauf eine klare Antwort. Die Forscher haben Daten seit 1972 ausgewertet, dem Jahr, in dem der Dollar vom Goldpreis entkoppelt wurde. Das Ergebnis ist eindeutig: Ein Portfolio mit Edelmetallen als Beimischung schlägt langfristig ein reines Aktienportfolio, sowohl in Rendite als auch in Stabilität.
Aber was macht man jetzt, mitten im Rücksetzer?
Zwei Konzepte, die langfristig den Unterschied machen:
Sparplan und Durchschnittskosteneffekt
Wer Gold regelmässig per Sparplan kauft, muss sich um den richtigen Einstiegszeitpunkt keine Gedanken machen. Das Prinzip ist einfach: Bei niedrigen Preisen kaufst du automatisch mehr, bei hohen weniger. Über Zeit sinkt so dein durchschnittlicher Einkaufspreis, ganz ohne Marktbeobachtung oder perfektes Timing.
Ein Rücksetzer wie der aktuelle ist aus dieser Perspektive keine Bedrohung, sondern ein Moment, in dem dein Sparplan besonders effizient arbeitet
Rebalancing
Die Studie betont ausdrücklich: Wer regelmässig neu gewichtet, holt langfristig mehr aus seinem Portfolio heraus. Das Prinzip: Wenn Gold gut gelaufen ist, verkaufst du einen Teil und kaufst günstig Aktien nach, und umgekehrt. Du kaufst also systematisch günstig und verkaufst teuer, ohne es aktiv zu planen.
Gerade jetzt, nach einem starken Rückgang, ist für Anlegerinnen und Anleger genau der richtige Moment, über die eigene Positionierung in Gold nachzudenken.
Fazit: Langfristig denken, kurzfristig nicht beirren lassen
Gold ist kein Investment für Menschen, die täglich auf den Kurs schauen und bei jedem Rücksetzer nervös werden. Es ist ein Baustein für alle, die ihr Vermögen langfristig aufbauen und absichern wollen.
Der aktuelle Preisrückgang ist erklärbar, er ist nicht beispiellos und er ändert nichts an den grundlegenden Argumenten für Gold im Portfolio. Wer einen Sparplan hat, lässt ihn einfach weiterlaufen. Wer sein Portfolio noch nicht auf Edelmetalle ausgeweitet hat, findet gerade möglicherweise einen günstigen Einstiegszeitpunkt.
Bei willbe kannst du genau das tun, auf eine Art, die sich von klassischen Goldkäufen unterscheidet. Du kaufst Gold digital per App, der Barren wird aber als echtes, physisches Gold sicher im LLB-Tresor in Liechtenstein gelagert. Du kannst ihn per Webcam jederzeit einsehen und deinen Anteil bei Bedarf persönlich abholen. Kein ETF, kein Zertifikat, sondern echtes Gold, das dir gehört. Das kann unter anderem auch steuerliche Vorteile haben.
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*Hens und Amstein. 2026. "Gold für den langfristigen Vermögensaufbau", Universität Zürich.