iBonds: Investieren mit Anleihe-ETF

Volatile Märkte erhöhen den Wunsch nach planbaren Geldanlagen. iBonds, Anleihen-ETFs mit einem festen Fälligkeitsdatum, verbinden die Logik klassischer Anleihen mit der Einfachheit eines ETFs: Zinsen, feste Laufzeit und Rückzahlung.

Sanduhr vor Computer

Inflation, schnelle Zinsänderungen und geopolitische Krisen haben die Märkte in den letzten Jahren unruhig und unberechenbar gemacht. Entsprechend wächst der Wunsch nach mehr Orientierung und Planbarkeit bei Geldanlagen.

Viele Anleger:innen suchen deshalb weniger das grosse Renditeversprechen, sondern Lösungen mit klaren Strukturen: überschaubare Laufzeiten, transparente Funktionsweisen und ein besseres Gefühl dafür, was mit dem investierten Geld passiert.

Anleihen stehen genau für diese Eigenschaften. Sie bieten feste Laufzeiten, regelmässige Zinszahlungen und einen klaren Zeitpunkt, zu dem Kapital zurückfliesst. Gleichzeitig sind klassische Anleihen für viele Privatanleger:innen kompliziert und aufwendig in der Umsetzung.

Anleihe-ETF mit festem Zieljahr

iBonds greifen dieses Grundprinzip auf und sind gleichzeitig einfacher zugänglich. Sie bündeln viele Anleihen mit ähnlicher Laufzeit in einem ETF und geben von Beginn an ein klares Zieljahr vor. Damit sprechen sie besonders Anleger:innen an, die in unsicheren Zeiten mehr Planbarkeit suchen und ihr Investment zeitlich klar strukturieren möchten.

"iBonds sind einfacher zugänglich."

Der Unterschied zu klassischen Anleihe ETFs liegt vor allem im Umgang mit der Laufzeit. Während herkömmliche Anleihe-ETFs laufend neue Anleihen aufnehmen und somit kein festes Ende haben, läuft ein iBond gezielt auf sein definiertes Zieljahr zu. Die enthaltenen Anleihen werden nach und nach fällig, statt kontinuierlich ersetzt zu werden.

Während der Laufzeit profitieren Anleger:innen von den Zinsen der enthaltenen Anleihen, entweder in Form von regelmässigen Ausschüttungen oder durch Wiederanlage im Fonds. Mit dem Erreichen des Zieljahres werden die Anleihen vollständig abgewickelt und das verbleibende Fondsvermögen an die Anleger:innen ausgezahlt.

Trotz dieser klaren zeitlichen Struktur bleiben iBonds flexibel. Sie sind börsentäglich handelbar und können jederzeit gekauft oder verkauft werden. Kurzfristig können dabei Kursschwankungen auftreten, etwa durch Veränderungen im Zinsumfeld. Wer den iBond bis zum Zieljahr hält, orientiert sich an der klassischen Logik von Anleihen mit planbarem Zeithorizont.

Anlage ausrechnen
iBonds bleiben flexibel und bieten klare Übersicht, was mit dem Geld passiert.

iBonds im Detail: Aufbau und Ablauf

Ein iBond startet mit einem klar definierten Zieljahr, zum Beispiel 2028 oder 2030. Dieses Jahr gibt an, wann die im ETF enthaltenen Anleihen fällig werden. Zu Beginn besteht der iBond aus vielen einzelnen Anleihen, die alle ungefähr bis zu diesem Zeitpunkt laufen. Dabei kann es sich um Staatsanleihen, Unternehmensanleihen oder eine Mischung handeln, abhängig vom jeweiligen Produkt.

Während der Laufzeit zahlen die enthaltenen Anleihen Zinsen. Diese Zinsen werden entweder regelmässig an die Anleger:innen ausgeschüttet oder im Fonds wiederangelegt. Welche Variante zum Einsatz kommt, hängt vom konkreten iBond ab. Für Anleger:innen bedeutet das: laufende Erträge während der Haltedauer, ähnlich wie bei klassischen Anleihen.

Mit jedem Jahr, das vergeht, rückt das Zieljahr näher. Die einzelnen Anleihen im ETF laufen nach und nach aus und werden nicht ersetzt. Dadurch verändert sich die Zusammensetzung des iBonds über die Zeit. Die durchschnittliche Restlaufzeit sinkt und damit in der Regel auch die Zinssensitivität des ETF. Kursschwankungen können zwar weiterhin auftreten, fallen aber tendenziell geringer aus, je näher das Zieljahr rückt.

Am Ende des Zieljahres werden alle verbleibenden Anleihen fällig. Das Fondsvermögen wird dann an die Anleger:innen ausgezahlt und der iBond wird geschlossen. Anders als bei klassischen Anleihe-ETFs gibt es also einen klaren Abschluss und keinen permanent weiterlaufenden Fonds.

Wichtig ist dabei: iBonds sind trotz ihrer Laufzeitlogik jederzeit handelbar. Anleger:innen können ihre Anteile während der Laufzeit an der Börse kaufen oder verkaufen. Der Preis kann dabei über oder unter dem ursprünglichen Kaufpreis liegen, abhängig vom Zinsumfeld und der Restlaufzeit. Wer jedoch bis zum Zieljahr investiert bleibt, folgt der ursprünglichen Anleihen-Logik mit planbarem Zeithorizont und klarer Struktur.

Planbarkeit mit Spielraum, aber nicht ohne Risiko

iBonds bieten vor allem eines: Struktur. Durch das feste Zieljahr wissen Anleger:innen von Beginn an, über welchen Zeitraum sie investieren. Das kann in unsicheren Marktphasen Orientierung geben und hilft, Anlageentscheidungen bewusster zu treffen.

Ein weiterer Vorteil liegt in der breiten Streuung. Anstatt in einzelne Anleihen zu investieren, bündeln iBonds viele Emittenten in einem Fonds. Das reduziert das Risiko von Einzelereignissen und macht den Zugang zu Anleihemärkten deutlich einfacher. Gleichzeitig profitieren Anleger:innen von laufenden Zinszahlungen während der Haltedauer.

Trotzdem sind iBonds kein risikofreies Produkt. Während der Laufzeit können die Kurse schwanken, insbesondere wenn sich das Zinsumfeld verändert. Steigen die Zinsen, können die Kurse vorübergehend unter Druck geraten. Zudem hängt die Wertentwicklung von der Bonität der enthaltenen Emittenten ab. Kreditausfälle sind zwar gestreut, aber nicht ausgeschlossen.

Wichtig ist daher, iBonds nicht mit einer Garantie zu verwechseln. Sie bieten mehr Planbarkeit als viele andere Fonds, bleiben aber Kapitalmarktprodukte mit Chancen und Risiken.

"iBonds schaffen mehr Planbarkeit, bleiben aber Kapitalmarktprodukte."

iBonds als Brücke zwischen Cash, klassischen Anleihen und ETFs

In der Praxis lassen sich iBonds gut zwischen verschiedenen Anlageformen einordnen. Im Vergleich zu Cash oder Geldmarktprodukten bieten sie meist höhere laufende Erträge, sind jedoch Schwankungen ausgesetzt. Im Gegenzug dazu erhalten Anleger:innen eine klare Laufzeitstruktur, die bei klassischen Cash-Lösungen fehlt.

Gegenüber einzelnen Anleihen punkten iBonds mit Einfachheit und Diversifikation. Anleger:innen müssen keine einzelnen Emittenten auswählen oder Laufzeiten selbst managen. Die Anleihen-Logik bleibt erhalten, wird aber in ein überschaubares ETF-Format übersetzt.

Im Vergleich zu klassischen Anleihe-ETFs unterscheiden sich iBonds vor allem durch ihr festes Enddatum. Während herkömmliche Anleihe-ETFs dauerhaft investiert bleiben, folgen iBonds einer klaren zeitlichen Planung. Dadurch eignen sie sich besonders für Anleger:innen mit einem konkreten Anlagehorizont.

Damit nehmen iBonds eine Zwischenrolle ein. Sie sind strukturierter als viele ETF-Lösungen, flexibler als klassische Anleihen und planbarer als reines Cash. Für Anleger:innen, die ihr Portfolio gezielt über bestimmte Zeiträume strukturieren möchten, können sie eine sinnvolle Ergänzung sein.

"iBonds können als Portfolio-Baustein für Gelder dienen, die mittelfristig benötigt werden, etwa für geplante Ausgaben."

Für wen iBonds geeignet sein können

iBonds können für Anleger:innen interessant sein, die ihrem Portfolio mehr Struktur geben möchten. Besonders dann, wenn ein bestimmter Zeithorizont im Vordergrund steht und das investierte Kapital nicht dauerhaft gebunden sein soll.

Sie eignen sich vor allem für Anleger:innen, die Planung schätzen und wissen möchten, wann ihr Geld wieder zur Verfügung steht. Ein festes Zieljahr kann helfen, Anlageentscheidungen klarer zu treffen und Investitionen gezielt auf bestimmte Zeiträume auszurichten.

Auch für Anleger:innen, die Anleihen nutzen möchten, ohne sich mit einzelnen Emittenten, Laufzeiten oder Wiederanlagen beschäftigen zu müssen, können iBonds eine Rolle spielen. Die Bündelung vieler Anleihen in einem ETF vereinfacht die Entscheidung und den Zugang deutlich.

Darüber hinaus können iBonds als Portfolio-Baustein für Gelder dienen, die mittelfristig benötigt werden, etwa für geplante Ausgaben oder als strukturierte Ergänzung zu Cash-Positionen. Dabei ersetzen sie weder Tagesgeld noch langfristige Anlagen, sondern können eine vermittelnde Funktion im Portfolio einnehmen.

willbe ETFselect bietet eine Auswahl von iBonds an, auf der Webseite unter "Feste Laufzeiten" oder in der willbe App im Marktplatz unter "ETF & Fonds".

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Portrait Bernhard Schmitt

Bernhard Schmitt

Experte für nachhaltiges Anlegen bei willbe

Umfassend nachhaltig anlegen und gleichzeitig immer die Rendite im Auge zu behalten, dies ist für Bernhard Schmitt die magische Formel bei willbe. Für diese Mission ist er als Fondsmanager offen, neue Technologien und datengesteuerte Prozesse einzusetzen, damit du deine Anlageziele erreichst und gleichzeitig Gutes für die Welt tust. Bernhard ist ein alter Hase im Investmentgeschäft. Nachhaltige Investitionen fördern und Finanzdienstleistungen transformieren, ist ihm sehr wichtig. Lass dich bei deinen Investments von Bernhards Ideen inspirieren.